Ergebnisse "AVRiL 2025 – Gelungene VR/AR-Lernszenarien"
Der Arbeitskreis „VR/AR-Learning“ der GI-Fachgruppen „Bildungstechnologien“ und „VR/AR“ hat im Jahr 2025 bereits zum achten Mail zum Wettbewerb "AVRiL 2025 - Gelungene VR/AR-Lernszenarien" aufgerufen.
Extended Reality (XR) gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Lehre, da sie immersive, multisensorische Lernumgebungen schafft, die komplexe Inhalte anschaulich vermitteln und neue Formen der Interaktion ermöglichen. Der Wettbewerb zeigte das breite Potenzial der Technologie mit Einreichungen aus verschiedensten Fachbereichen – von Medizin, Pflege und Bildung über Ingenieurwissenschaften bis zu Wirtschaft und Geschichte. Die Vielfalt der Projekte unterstreicht, wie XR disziplinübergreifend neue didaktische Impulse setzt und Lehren und Lernen zukunftsorientiert bereichern kann. An dieser Stelle setzt der Wettbewerb an, indem er aktuelle und effektive Lernszenarien unter Einbeziehung von XR-Technologien durch Erhöhung ihrer Sichtbarkeit fördert.
Ergebnisse
Auswahlverfahren
In diesem Jahr wurden insgesamt 24 Beiträge für den Wettbewerb des GI-Arbeitskreises XR-Learning um den AVRiL 2025 eingereicht. Jeder Beitrag wurde im Durchschnitt von 4 Gutachter*innen in den Kategorien Inhaltliche Qualität, Darstellung, Praktische Bedeutung, Beitrag zur Theoriebildung, Innovationsgrad und Wettbewerbsrelevanz, Lernzielerreichung, Angemessenheit des didaktischen Designs, Reifegrad, Evaluation und Übertragbarkeit bewertet. Basierend auf dem Votum der Gutachter*innen wurde anschließend der Siegerbeitrag bestimmt. Dieser wird zusätzlich mit dem von der Ulrich Bernath Stiftung für Fernstudienforschung bereitgestellten Reisestipendium in Höhe von 500 € zur Teilnahme am VR/AR-Learning-Workshop im Rahmen der DELFI-Tagung gefördert.
Wettbewerbsergebnis
Gesamtsieger und Gewinner des Hauptpreises AVRiL 2025
| Erfahrungsbasiertes Lernen mit VR: Ein immersives Lernszenario zum Wasserkreislauf Josua Dubach, Katrin Bölsterli, Trix Cacchione, Corinna Martarelli, Matthias Probst und Sebastian Tempelmann Pädagogische Hochschule Bern, Pädagogische Hochschule Luzern, Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz und FernUni Schweiz
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Begründung der Jury
Der Beitrag präsentiert ein empirisch evaluiertes, forschungsbasiertes VR-Lernszenario zum Wasserkreislauf, das mit 147 Kindern im Primarstufenalter (11–12 Jahre) untersucht wurde. Die Ergebnisse belegen, dass das immersive Anwendungsszenario in der VR-Brille signifikant höhere Lernzuwächse ermöglichte als in der Desktop-Variante.
Der Beitrag wurde von der Jury als herausragendes Beispiel forschungsbasierter Bildungsinnovation gewürdigt. Besonders hervorgehoben wurden das didaktisch fundierte Design, die solide Evaluation sowie die gelungene Verbindung von Immersion und kognitiver Aktivierung. Das VR-Szenario zeigt hohe Anschlussfähigkeit an weitere Themen und Bildungsstufen und leistet einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Integration digitaler Medien in die Lehre.
AVRiL 2025 _Silber_
![]() | Mit Augmented Reality wird Geschichte im Klassenraum lebendig Dorothee Pitz, Lena Brochhagen, Klaus Geiges, Nadja Kerschkewicz, Christoph Vogel, Nanette Ratz und Marvin Voß WDR und Hochschule Düsseldorf
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Begründung der Jury
Die AR-App „Zeitzeugen 1945“ bringt virtuelle Zeitzeuginnen direkt ins Klassenzimmer und eröffnet Schülerinnen einen emotionalen, interaktiven Zugang zur Nachkriegszeit. Erste Praxistests zeigen, dass die App Interesse weckt, zu eigenen Projekten motiviert und Lehrkräften eine innovative Möglichkeit bietet, Geschichte lebendig zu vermitteln.
Die eingereichte Beitrag zur App Zeitzeugen 1945 überzeugte die Jury durch ihre gelungene Verbindung von Augmented Reality und didaktisch fundierter Geschichtsvermittlung. Besonders hervorgehoben wurden die klare Kompetenzorientierung, die emotionale Ansprache durch Zeitzeugenberichte sowie die kreative Weiterverarbeitung durch die Lernenden. Das Projekt ermöglicht einen tiefgreifenden Kompetenzerwerb und zeigt eindrucksvoll, wie digitale Technologien historisches Lernen fördern und eine aktive Erinnerungskultur in Schule und Hochschule unterstützen können.
AVRiL 2025 _Bronze_
![]() | PAVIN - PädiAtrisches VIrtual-reality Notfalltraining Hannah Köpper, Philipp Müller, Omar Flayyih and Angela Widder Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
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Begründung der Jury
Das Projekt PAVIN (PädiAtrisches Virtual-reality Notfalltraining) der Universität Freiburg nutzt Virtual Reality, um interprofessionellen Teams realitätsnahe Notfallszenarien im Bereich der pädiatrischen Versorgung zu vermitteln – ohne den hohen Aufwand klassischer Simulationstrainings. Als Blended-Learning-Format kombiniert es E-Learning, Präsenzphasen und VR-Trainings zur Förderung medizinischer, kommunikativer und interprofessioneller Kompetenzen und wird 2025 im Rahmen einer Pilotphase umfassend evaluiert.
Das Projekt PAVIN überzeugte durch sein exzellent durchdachtes didaktisches Konzept, das VR-Technologie effektiv und immersiv in die medizinische Ausbildung integriert. Besonders beeindruckte die Jury die interprofessionelle Ausrichtung, die realitätsnahen Szenarien sowie die konsequente Open-Source-Strategie. Die Verbindung von fachlichen, kommunikativen und digitalen Kompetenzen in einem innovativen Blended-Learning-Format bietet einen zukunftsweisenden Ansatz für die Lehre in Medizin und Gesundheitsberufen.
AVRiL 2025 _Sonderpreis der Ulrich Bernath Stiftung für Fernstudienforschung_
![]() | VR-gestütztes Kompetenztraining in der Medizin. Curriculare Integration und Evaluation eines virtuellen Szenarios zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (Hirntoddiagnostik) Pascal Kockwelp, Anna Junga, Bernhard Marschall, Markus Holling und Benjamin Risse Universität Münster und Universitätsklinikum Münster |
Begründung des Vorstands der Ulrich Bernath Stiftung für Fernstudienforschung
Das VR-basierten Training zum praxisnahen Erlernen der Hirntoddiagnostik auf einer virtuellen Intensivstation zeigt, wie `hochkomplexe klinische Situationen gefahrlos, wiederholbar und immersiv´ geübt und `nachhaltiges Lernen´ durch eigenständige(s), reflektierte(s) Handeln´, `gezieltes Feedback´, `kritische Selbstreflektion´ in Tutorials mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden ermöglicht wird. Das auf Nachhaltigkeit gerichtete VR-Lernszenario folgt dabei `der bindenden Richtlinie der Bundesärztekammer.
Die Autoren verweisen auf empirische Evaluationen, die eine `hohe Akzeptanz, große Skalierbarkeit und vergleichbare Lernerfolge wie traditionelle Trainingsmethoden – mit deutlich gesteigerter Immersion und Motivation´ belegen.
Die Übertragbarkeit und Anpassungsfähigkeit des VR-basierten Trainingsmoduls wird an weiteren Standorten in Deutschland erprobt, und die internationale Zusammenarbeit mit dem Mount Sinai Hospital in New York und dem Radboud UMC in Nijmegen ist in Vorbereitung.
Damit liefern die Gewinner des Sonderpreises der Ulrich Bernath Stiftung für Fernstudienforschung für die in der Ausschreibung des Wettbewerbs genannten Kriterien „des selbstgesteuerten, kooperativen, ort- und zeitunabhängigen Lernens“ ein richtungweisendes Beispiel.
Wir gratulieren den Autoren Pascal Kockwelp, Anna Junga, Bernhard Marschall, Markus Holling und Benjamin Rissefür den Gewinn des Sonderpreises und wünschen eine erfolgreiche Weiterentwicklung und -verbreitung ihres hervorragend gelungenen Lernszenarios.
Der Vorstand der Ulrich Bernath Stiftung für Fernstudienforschung
Dr. Ulrich Bernath, Annabelle Jandrich und Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff
Oldenburg, 21. Juli 2025
AVRiL 2025 _Sonderpreis des uniVERSEty-Netzwerks für "Immersive Multi-User-Learning Spaces"_
![]() ![]() | Multifunktionale Lernorte: Virtuelle Lernräume und virtuelle AI-Coaches als Ergänzung zur Präsenzlehre. Bernhard Zeilinger FH des BFI Wien |
Begründung der Jury
Der Beitrag zeigt eindrucksvoll, wie Multiuser-VR-Umgebungen, interaktives Planspiel und KI-Coaches in der politikwissenschaftlichen Hochschullehre verknüpft werden können. Mit einer durchdachten didaktischen Integration, kreativer Raumgestaltung und zukunftsweisenden Technologieeinsatz macht der Beitrag den komplexen EU-Gesetzgebungsprozess lebendig. In einer immersiven, niedrigschwelligen Multiuser-VR-Umgebung übernehmen Studierende Rollen relevanter Entscheidungsträger:innen in EU-Institutionen, interagieren mit virtuellen Elementen und KI-Coaches, verhandeln an Gruppentischen und kommunizieren über Audiozonen, Chat und Arbeitstische. Die realistisch anmutenden, thematisch gestalteten Räume – vom Foyer über Gruppenräume bis zu Büros – fördern Aushandlungsprozesse und Rollenverständnis. Das klar strukturierte, mehrfach erprobte Lehrkonzept aus Präsenzunterricht, virtueller Anwendung und Reflexion überzeugt durch technischen Reifegrad, hohe Übertragbarkeit und nachhaltige Kompetenzförderung. Dieser Beitrag stellt ein herausragendes Beispiel für moderne, interaktive Hochschullehre dar und wurde mit dem Sonderpreis des uniVERSEty-Netzwerks ausgezeichnet.
Gutachtergremium für den AVRiL 2025
- Felix Averbeck (FH Münster, DE)
- Niels Bartels (TH Köln, DE)
- Annette Bernloehr (Hochschule Bielefeld, DE)
- Oliver Bodensiek (TU Braunschweig, DE)
- Thomas Bröker (TH Nürnberg, DE)
- Matthias Ehlenz (RWTH Aachen, DE)
- Claudia Ehlers (Friedrich-Schiller-Universität Jena, DE)
- Sabrina Eimler (Hochschule Ruhr West, DE)
- Volker Eisenlauer (Universität der Bundeswehr München, DE)
- Kai Erenli (FH des BFI Wien, AT)
- Dominic Fehling (Bergische Universität Wuppertal, DE)
- Carsten Fussan (Anhalt University, DE)
- Stefan Göbel (TU Darmstadt, DE)
- Christian Hartmann (Technische Universität München, DE)
- André Helgert (Hochschule Ruhr West, DE)
- Martin Hlosta (Fernfachhochschule Schweiz, CH)
- Vincent Kaufmann (Deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG), DE)
- Judit Klein-Wiele (Duale Hochschule Baden-Württemberg, DE)
- Ralph Koelle (Universität Hildesheim, DE)
- István Koren (RWTH Aachen, DE)
- Carsten Lecon (Hochschule Aalen, DE)
- Constanze Lex (Friedrich-Schiller-Universität Jena, DE)
- Mechthild Meinike (Hochschule Merseburg, DE)
- Ivan Moser (FFHS Fernfachhochschule Schweiz, CH)
- Miriam Mulders (Universität Duisburg-Essen, DE)
- Horst Orsolits (FH Technikum Wien, AT)
- Dominique Ouart (Friedrich-Schiller-Universität Jena, DE)
- Thies Pfeiffer (Hochschule Emden/Leer, DE)
- Sascha Röck (Hochschule Esslingen, DE)
- Florian Schimanke (Hochschule Weserbergland, DE)
- Sven Schneider (Bauhaus-Universität Weimar, DE)
- Marc Schnierle (Hochschule Esslingen, DE)
- Christian Springer (FH Erfurt, DE)
- Martin Steinicke (HTW Berlin, DE)
- Christoph Stolzenberger (Universität Würzburg, DE)
- Martin Streit (Hochschule Darmstadt, DE)
- Florian Wehking (Bauhaus-Universität Weimar, DE)
- Jens Wiggenbrock (Hochschule Weserbergland, DE)
- Fridolin Wild (The Open University, UK)
- Eckhart Wittstock (TU Chemnitz, DE)
- Corinne Wyss (Fachhochschule Nordwestschweiz, CH)
- Dietmanr Zenker (Hochschule Fresenius, DE)
Wir danken allen Gutachter*innen für Ihre engagierte und mühevolle Detailarbeit, ohne die dieser Wettbewerb nicht möglich wäre.
Wettbewerbsband
Die Beiträge wurden in einem Online-Band in der GI Digital Library veröffentlicht: https://dl.gi.de/handle/20.500.12116/47968 - Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern!





